Krankenhaus - Wegweiser

„Wir rufen alle Bundestagsabgeordneten aus Niedersachsen auf, morgen im Bundestag der Reform der gesetzlichen Krankenversicherung nicht zuzustimmen. Die niedersächsischen Abgeordneten müssen für eine flächendeckende Krankenhausversorgung in Niedersachsen einstehen! Sie dürfen diesem Kostenverschiebebahnhof zu Lasten der Kommunen keinesfalls zustimmen“, appellieren der Präsident des Niedersächsischen Landkreistages, Landrat Marco Prietz, und NLT-Vizepräsident Landrat Sven Ambrosy heute gemeinsam in Berlin.

„Die wenigen Nachbesserungen im Laufe der Woche sind keine Lösung dafür, die Versorgung im ländlichen Raum aufrechtzuerhalten. Bei den Krankenhäusern drohen so massive Einsparungen, dass die Versorgung in der Fläche immer mehr gefährdet ist“, erklärt Ambrosy, der zugleich Vizepräsident des Deutschen Landkreistages und Vizepräsident der Niedersächsischen Krankenhausgesellschaft ist: „Der Bund macht keine Reform, sondern organisiert statt zukunftsfähiger Lösungen wieder nur einen Verschiebebahnhof zu Lasten der Kreishaushalte – zusätzlich zu den Hunderten Millionen Euro, die die Landkreise schon für die Bundesaufgabe Krankenhausbetrieb aufwenden.“

Prietz und Ambrosy rufen zugleich die niedersächsische Landesregierung auf, dem Gesetzespaket im Bundesrat morgen nicht zuzustimmen und den Vermittlungsausschuss anzurufen. NLT-Präsident Prietz: „Wenn Niedersachsen diesem Paket sehenden Auges zustimmt, dann fordern wir vom Land, uns die mit dem Gesetz verbundenen Mehrkosten im Krankenhausbereich zu ersetzen. Die Kosten des landesgesetzlich geregelten Sicherstellungsauftrages der Landkreise muss künftig das Land tragen, wenn es so eine massive Belastung im Bund mit beschließt.“

Wolf

„Es ist ein wichtiges Signal, dass am heutigen 1. Juli 2026 mit dem Inkrafttreten des Managementplans für den Wolf ein neues Rechtsregime gilt und der Wolf grundsätzlich dem Jagdrecht unterliegt“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages, Dr. Joachim Schwind. „Wir haben für ein echtes Wolfsmanagement bereits beim Einstieg, das heißt eine Bejagung auch unabhängig von Schnellabschüssen, in Regionen mit hoher Wolfsdichte plädiert. Dies ist nun immerhin im Managementplan für nächstes Jahr angelegt“, so Schwind weiter.

Die behördliche Zuständigkeit für den Wolf wird künftig allein beim Landwirtschaftsministerium liegen. Dies gilt auch für Ausnahmegenehmigungen für eine Jagd unabhängig von der Schonzeit, wenn ein Wolf trotz Schutzmaßnahmen etwa die Gesundheit von Menschen oder die öffentliche Sicherheit gefährdet. „Wir hätten uns gewünscht, dass weiterhin auch Landkreise als untere Jagdbehörden Ausnahmegenehmigungen erteilen können, schnell und gezielt. Ein solches Optionsmodell hat die Landesregierung aber nicht vorgesehen. Deshalb erwarten wir hier vom Land ein pragmatisches und zügiges Vorgehen im Bedarfsfall, um die Akzeptanz vor Ort nicht zu gefährden“, merkt Schwind an. Insofern seien die Änderung des Niedersächsischen Jagdgesetzes und der Erlass des Managementplans nur ein erster Schritt.

Trauerschleife

Zur Gewalttat in Stade am gestrigen Tag sagt der Präsident des Niedersächsischen Landkreistages, Landrat Marco Prietz: „Der Tod von sechs Menschen in Stade erschüttert uns zutiefst. Beschäftigte der Jugendhilfe, die Kindern und Erwachsenen in familiären Krisen beistehen und sie schützen wollten, wurden grausam aus dem Leben gerissen. Unsere Gedanken sind bei der Familie, sie haben ihre Liebsten verloren. Wir denken an die Kolleginnen und Kollegen in der Einrichtung und in den Jugendämtern. Es war die unfassbare Tat eines brutalen Menschen, die uns sprachlos macht. Dies ist ein Moment tiefer Trauer, unser Mitgefühl gilt den Betroffenen. Dieser Moment mahnt uns, einander zu respektieren und gegenseitig zu schützen, für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft.“

Geld / Finanzen - Symbolbild

„Die Ergebnisse der Haushaltsklausur der Landesregierung sind nicht völlig überraschend, aber vollkommen enttäuschend“, kommentiert der Präsident des Niedersächsischen Landkreista-ges, Landrat Marco Prietz, den Beschluss des Kabinetts für den Doppelhaushalt 2027/2028. „Die wichtigste Forderung der Kom-munen, eine sofortige und dauerhafte Erhöhung des kommuna-len Finanzausgleichs, wird nicht im Ansatz erfüllt. Der Haushaltsentwurf wird der dramatischen Finanznot der niedersächsischen Kommunen nicht gerecht“, begründet Prietz sein Urteil.

Die Enttäuschung werde durch eine Reihe von Teillösungen in jüngster Vergangenheit, beispielsweise zum Landesanteil an der Kita-Betreuung, bei der Finanzierung der IT-Administration an Schulen oder bei der Fortsetzung des Paktes für den Öffentlichen Gesundheitsdienst, nicht gemildert. „Die Bewegung des Landes bei einigen, teils schon Jahre andauernden Streitpunkten erkennen wir ausdrücklich an und sind dafür dankbar. Aber die zusätzlichen Mittel verhindern lediglich weiter aufwachsende Defizite oder gleichen zusätzliche neue Aufgaben aus. Das verkleinert nicht unsere akute Not und auch nicht das strukturelle Defizit, das mit den Ergebnissen der Haushaltsklausur fortgeschrieben wird“, sagt der Hauptgeschäftsführer des NLT, Dr. Joachim Schwind. Die Vorschläge für einen Befreiungsschlag für handlungsfähige Kommunen lägen auf dem Tisch“, verweisen Prietz und Schwind auf den Appell „Mehr kommunale Selbstverwaltung wagen!“.

Link zum Positionspapier: ​https://www.nlt.de/positionen/

Link zur Finanzsituation: https://www.nlt.de/rettet-die-kommunen/

Schule - Symbolbild

Der Niedersächsische Landtag hat am heutigen 23. Juni 2026 mit den Stimmen der Koalitionsfraktionen eine Änderung des Niedersächsischen Schulgesetzes beschlossen. Dazu erklärt der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages, Dr. Joachim Schwind: „Mit der heutigen Gesetzesänderung übernimmt das Land erstmals ausdrücklich gesetzliche Verantwortung für die Ausstattung von Schülerinnen und Schülern ab Jahrgangsstufe 7 sowie der Lehrkräfte mit digitalen Endgeräten. Das ist ein wichtiger Meilenstein für die Digitalisierung an unseren Schulen. Die Klarheit einer gesetzlichen Regelung fehlt aber leider weiterhin bei der Umsetzung des Ganztags an Grundschulen. Die nun gefundene dreijährige Übergangslösung für die Umwandlung der Tagesbildungsstätten in Schulen begrüßen wir grundsätzlich als zukunftsweisende Weiterentwicklung der Bildungslandschaft in Niedersachsen.“

Im Einzelnen bewertet Schwind die Vereinbarungen mit dem Land zur Kostenbeteiligung an den Kosten der schulischen IT als faire Lösung. Vor dem Hintergrund der vom Land entschiedenen zentralen Einführung kostenloser Tablets beginnend ab Jahrgangsstufe 7 sowie für Lehrkräfte sei ein Gesamtkompromiss bei der Abgrenzung der Aufgaben und zur Kostenbeteiligung des Landes erreicht worden. „Zu begrüßen ist, dass das Land seine Beteiligung an den Kosten der schulischen IT nicht nur erhöht, sondern künftig auch dynamisiert. Damit wird anerkannt, dass Digitalisierung keine einmalige Investition ist, sondern bei den Kommunen dauerhaft steigende Aufwendungen für Betrieb, Wartung, Administration und Erneuerung der technischen Infrastruktur verursacht. Dass wir hier mit einer größeren Paketlösung nach schwierigen Gesprächen eine faire Einigung erzielen konnten, sehe ich als großen Erfolg und danke Kultusministerin Julia Willie Hamburg ausdrücklich“, so Schwind.

Beim zweiten wesentlichen Zukunftsthema, der Umsetzung des Rechtsanspruchs auf Ganztagsbetreuung für Grundschulkinder, bleibe das Schulgesetz weiterhin eine klare Regelung schuldig, kritisiert Schwind. „Es besteht Einigkeit darüber, dass der Ganztag während der Schulzeit an den Schulen stattfinden soll. Die hierfür notwendige rechtliche Verankerung im Schulgesetz fehlt jedoch weiterhin, obwohl das Land sonst sehr viel kleinere Detailfragen intensiv im Schulgesetz rechtlich regelt. Klare gesetzliche Regelungen zu Zuständigkeiten, Aufgabenwahrnehmung und Finanzierungsverantwortung sollten daher bei diesen sozialpolitischen Großprojekt selbstverständlich sein. Solange diese Fragen nicht eindeutig geklärt sind, werden in der Praxis immer wieder vermeidbare Abgrenzungs- und Zuständigkeitskonflikte drohen“, macht der NLT-Hauptgeschäftsführer deutlich.

Bei der Umwandlung der Tagesbildungsstätten in Förderschulen mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung sei vor dem Hintergrund mehrerer gerichtlicher Entscheidungen der Handlungsdruck auf alle Akteure groß gewesen, ruft Schwind in Erinnerung. „Wir begrüßen die neue Möglichkeit des Schulgesetzes, die Tagesbildungsstätten in einer Drei-Jahres-Frist in anerkannte Ersatzschulen umzuwandeln. So können bewährte Strukturen im Sinne der betroffenen Familien erhalten bleiben. Die einzelnen Landkreise werden die nun anstehenden Reformprozesse vor Ort eng begleiten. Der Weg wird noch herausfordernd sein. Es ist dem persönlichen Engagement der Ministerin und einem breiten Schulterschluss mit vielen Akteuren zu verdanken, dass das Land diese Sonderregelung im Schulgesetz verankert hat, die zukunftsfähige Strukturen für Kinder mit Sonderbedarfen ermöglicht.“

Bundesweiter kommunaler Aktionstag - Rettet die Kommunen

Bundesweit machen Kommunen am heutigen 22. Juni 2026 auf ihre dramatische Finanzlage aufmerksam. Dazu erklärt der Präsident des Niedersächsischen Landkreistages, Landrat Marco Prietz: „Landkreise, Städte und Gemeinden organisieren unseren gemeinsamen Alltag bei Kita, Schulen, Krankenhäusern und ÖPNV. Sie unterstützen Menschen in Not bei der Sozial- und Jugendhilfe, sorgen für eine inklusive Gesellschaft und organisieren Teilhabe. Sie gestalten das Leben in ihrer Region, bei der Kultur, beim Sport und bei der Infrastruktur. Das steht auf dem Spiel! Deshalb ist unser dringender Appell: Rettet die Kommunen!“

Wenn Kommunen sparen müssen, merken das die Menschen durch weniger Busse, geschlossene Bäder, weniger Jugendangebote, Sanierungsstau bei Kitas und Schulen, längere Wartezeiten, kaputte Straßen, weniger Kultur und weniger Unterstützung vor Ort. Darauf macht die Kampagne „Kommunen am Limit“ aufmerksam, deren Auftakt der bundesweite Aktionstag ist. Organisiert wird sie von den kommunalen Spitzenverbänden im Bund – Deutscher Landkreistag, Deutscher Städtetag und Deutscher Städte- und Gemeindebund. Mehr Information gibt es auf der zentralen Landingpage https://kommunenamlimit.de. Der Deutsche Landkreistag informiert auf seiner Webseite https://www.landkreistag.de/kommunen-am-limit.

Zum Hintergrund führt Landrat Sven Ambrosy, Vizepräsident des NLT und des Deutschen Landkreistages, aus: „Seit Monaten reden wir auf die Landes- und Bundespolitik ein. Seit Monaten machen wir deutlich, wie dramatisch die Lage ist und was aus unserer Sicht getan werden muss. Was wir erleben, sind volles Verständnis und viele gute Worte, ansonsten wird das Problem bewundert. Wir brauchen aber Hilfe. Für die Investitionsmittel sind wir dankbar, unser Problem sind aber die laufenden Ausgaben, die wir nicht mehr stemmen können. Das geht so nicht weiter! Kommunale Finanznot ist nicht abstrakt, hier entscheidet sich, ob der Staat sich handlungsfähig zeigt und wie unsere Demokratie Lösungen findet.“

NLT-Präsident Prietz fügt hinzu. „Wir erwarten von Bund und Land ein sichtbares Signal, dass die Kommunen in ihrer Finanznot nicht allein gelassen werden. Jetzt zählen nur noch Taten!“.

Zum Hintergrund
Bundesweit wiesen alle Kommunen 2024 ein Rekorddefizit von 24,8 Milliarden Euro aus. Dieses erhöhte sich 2025 nochmals auf 31,9 Milliarden Euro. Dazu stellte das Statistische Bundesamt fest: „Bei den Gemeinden war das Defizit so groß wie noch nie.“

Die niedersächsischen Städte, Gemeinden und Landkreise waren hiervon mit vier Milliarden Euro im Jahr 2024 und 3,6 Milliarden Euro im Jahr 2025 überproportional betroffen. Ihre Liquiditätskredite („Kontoüberziehung“) stiegen von 1,3 Milliarden Euro zum 31. Dezember 2023 auf 4,1 Milliarden Euro zum 31. März 2026. Gleichzeitig erhöhte sich die Gesamtverschuldung von 12,2 Milliarden Euro im Jahr 2019 auf 23 Milliarden Euro im Jahr 2025. Den Kommunen – besonders in Niedersachsen – droht somit finanziell die absolute Handlungsunfähigkeit.

Als Sofortmaßnahmen schlagen die kommunalen Spitzenverbände auf Bundesebene eine vorübergehende Erhöhung der kommunalen Umsatzsteueranteile um zehn Prozentpunkte vor, bis Strukturreformen greifen. In Niedersachsen fordern die kommunalen Spitzenverbände als Sofortmaßnahme eine umgehende Erhöhung des kommunalen Finanzausgleichs um mindestens eine Milliarde Euro.

Bürokratie - Symbolbild

Mit der Einbringung des Kommunalen Bürokratieabbaugesetzes setzt die CDU-Fraktion den Startschuss zur allgemeinen Verwaltungsvereinfachung im Landesparlament. „Wir freuen uns über diesen Impuls aus dem Landtag. Der Entwurf greift einige Vorschläge der kommunalen Spitzenverbände aus dem vergangenen Jahr auf, auch im Geist unserer damaligen Initiative: stärkere Konzentration auf das Notwendige, mehr Vertrauen in die Kommunen und mehr Digitalisierung“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages, Dr. Joachim Schwind.

Ein wirksamer Bürokratieabbau muss noch in dieser Legislaturperiode geschafft werden. Der Gesetzentwurf habe das Potenzial, der Staatsmodernisierung im Land weiteren Schwung zu geben, urteilt NLT-Geschäftsführer Dr. Lutz Mehlhorn. „Wir werden die Beratung im parlamentarischen Verfahren konstruktiv begleiten und hoffen auf eine gemeinsame Anstrengung auch mit den regierungstragenden Fraktionen“, so Mehlhorn.

„Endlich geht es auch außerhalb der Fördermittelverteilung, wo wir mit dem Kommunalfördergesetz ein gutes Instrument haben, voran“, bekräftigt Schwind. CDU-Fraktionschef Sebastian Lechner habe ein solches Entlastungsgesetz für die Kommunen bei der Landkreisversammlung in Leer angekündigt. „Bei der Landkreisversammlung haben wir den Appell ,Mehr kommunale Selbstverwaltung wagen!‘ beschlossen. Das ist im Landtag angekommen, das freut mich sehr. Wir hoffen, dass es gelingt, in dieser Legislatur noch ein allgemeines Bürokratieabbau-Gesetz zu verabschieden“, sagt der NLT-Hauptgeschäftsführer.

Bundesweiter kommunaler Aktionstag - Rettet die Kommunen

Mit einem bundesweiten Aktionstag machen die Kommunen am 22. Juni 2026 auf ihre dramatische Finanzlage aufmerksam. In vielen Landkreisen, Städten und Gemeinden wird am Montag der kommenden Woche mit lokalen Aktionen ein Zeichen gesetzt mit der Botschaft: Kommunen sichern den Alltag der Menschen, bei Schulen, Krankenhäusern, dem ÖPNV, der Jugendhilfe, Kultur, dem Sport und bei der Infrastruktur.

Auch in Niedersachsen beteiligen sich zahlreiche Kommunen, beispielsweise die Landkreise Holzminden, Nienburg/Weser, Stade, Wolfenbüttel und andere mehr mit unterschiedlichen Aktionen und/oder mit Pressearbeit und in den Sozialen Netzwerken, wie beispielsweise die Landkreise Heidekreis, Helmstedt, Hildesheim, Peine und weitere. Sie machen deutlich: Wenn Kommunen sparen müssen, merken das die Menschen in ihrem Alltag durch weniger Busse, geschlossene Bäder, weniger Jugendangebote, unsanierte Schulklassen, längere Wartezeiten, kaputte Straßen, weniger Kultur und weniger Unterstützung vor Ort.

Die plakative Aussage des Aktionstages ist: „Kommunen am Limit“. Die dringliche Forderung an Bund und Land lautet: „Rettet die Kommunen“. Organisiert wird er von den kommunalen Spitzenverbänden im Bund – Deutscher Landkreistag, Deutscher Städtetag und Deutscher Städte- und Gemeindebund. Es ist die erste Aktion dieser Art. Mehr Information gibt es auf der zentralen Landingpage https://kommunenamlimit.de. Der Deutsche Landkreistag informiert auf seiner Webseite https://www.landkreistag.de/kommunen-am-limit.

Die bundesweite Aktion folgt auf den kommunalen Aktionstag der niedersächsischen Kommunen am vergangenen 27. Mai 2026. Die Forderungen, die rund 400 Landrätinnen und Landräte, Bürgermeisterinnen und Bürgermeister sowie Abgeordnete aus den Kreistagen und Räten an diesem Tag vor dem Niedersächsischen Landtag an Ministerpräsident Olaf Lies übergeben haben, bleiben aktuell und werden durch die bundesweite Aktion unterstützt und bekräftigt! Mehr Information dazu auf der Webseite des Niedersächsischen Landkreistages https://www.nlt.de/rettet-die-kommunen/.

Rettungsdienst

Der Rettungsdienst garantiert Hilfe in Notfällen. Er sorgt für die schnelle Rettung in lebensbedrohlichen Situationen, in Krisen und bei Katastrophen. „Dieser funktionierende Teil unserer Gesundheitsversorgung und des Bevölkerungsschutzes ist in Gefahr“, sagt der Präsident des Niedersächsischen Landkreistages, Landrat Marco Prietz. Die niedersächsischen Landkreise und die Region Hannover berieten deshalb derzeit die Resolution „Bund: Hände weg vom Rettungsdienst!“. Grundlage sei ein Muster-Text des Niedersächsischen Landkreistages. „Unser Ziel ist, die Position der kommunalen Ebene sichtbar zu machen und für die parlamentarischen Beratungen im Bund ein klares Signal zu setzen. Dazu haben wir zudem unser Bündnis „Rettet den Rettungsdienst“ aktiviert“, führt der NLT-Präsident aus.

Der Rettungsdienst ist nach verfassungsrechtlichen Ordnung Teil der Gefahrenabwehr und damit Aufgabe der Länder. In Niedersachsen wird diese Aufgabe seit Jahrzehnten kommunal durch die Landkreise und die Region Hannover im eigenen Wirkungskreis wahrgenommen. „Die bestehenden Strukturen sind eng mit Feuerwehr, Katastrophenschutz, kommunalen Leitstellen und weiteren Bereichen der Gefahrenabwehr verzahnt“, erklärt Landrat Sven Ambrosy, Vizepräsident des NLT und des Deut-schen Landkreistages. Die Pläne des Bundesgesundheitsministeriums sähen nun vor, den Rettungsdienst hier herauszulösen, bundeszentralistischen Vorgaben zu unterwerfen und vor allem im Wege einer Kostendeckelung nicht mehr zukunftsfähig zu finanzieren. „Das würde den Rettungsdienst als kommunale Aufgabe faktisch beseitigen. Zugleich würden den Kommunen, die absehbaren Kostensteigerungen aufgehalst. Das ist inakzeptabel“, bringt es Ambrosy auf den Punkt.

Mehr Information:www.nlt.de/positionen/rettungsdienst/.

Sirene

Niedersachsens Innenministerin Daniela Behrens hat auf der Interschutz, der Leitmesse für Bevölkerungsschutz, die Strategie „Katastrophenschutz Niedersachsen“ der Öffentlichkeit vorgestellt. „Das ist ein richtiges und wichtiges Signal der Landesregierung, den Bevölkerungsschutz stärker zu priorisieren. Die Landkreise stehen für die Umsetzung der Strategie bereit. Die Ministerin hat am Montag bei der Eröffnung der Messe und gestern beim Fachtag mit Landrätinnen und Landräten und Bürgermeistern zahlreiche wichtige Impulse gegeben, damit das Thema nun auch für die Fläche deutlich mehr Fahrt aufnimmt“, so der Hauptgeschäftsführer des Niedersächsischen Landkreistages, Dr. Joachim Schwind.

„Nun müssen weitere Schritte folgen: Neben der guten Abstimmung mit dem Bund über seinen Einsatz der angekündigten zehn Milliarden Euro für den Zivilschutz brauchen wir auch eine strategische Stärkung des Katastrophenschutzes in der Fläche. Bei der zentralen Fahrzeugbeschaffung ist viel passiert. Wichtig ist aber auch, die vielfach ehrenamtlich getragenen Einheiten der Hilfsorganisationen in den Landkreisen weiter zu stärken. Die Landkreise geben für das Thema praktisch alle mehr Geld aus, als Sie vom Land erstattet bekommen. Hier fordern wir nach wie vor eine signifikante Erhöhung der Haushaltsansätze des Landes, um auf die aktuelle Lage strategisch zu reagieren“, fasst Schwind zusammen.

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