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Mutige Schritte zur Öffnung dürfen nicht auf Kosten des Gesundheitswesens gehen

„Es ist gut, dass das Land Niedersachsen einen Stufenplan zur Lockerung der Restriktionen in der Corona-Epidemie vorlegt. Das schafft Rechtssicherheit. Aber es handelt sich teilweise um sehr mutige Schritte. Wir weisen darauf hin, dass der öffentliche Gesundheitsdienst seit zwei Monaten auf Hochtouren arbeitet. Sollte das Infektionsgeschehen umschlagen, brauchen wir wirksame Unterstützung. Die Gespräche um eine von uns geforderte landesweit organisierte fachkundige Unterstützung der Gesundheitsämter im Bedarfsfall müssen umgehend aufgenommen werden“, erklärte der Präsident des Niedersächsischen Landkreistages (NLT), Landrat Klaus Wiswe, Landkreis Celle.

„Auf gar keinen Fall dürfen die niedersächsischen Krankenhäuser die Zeche der Öffnung des gesellschaftlichen Lebens zahlen. Seit Wochen weisen wir auf die schon jetzt defizitäre Finanzierung der Krankenhäuser hin. Wenn Niedersachsen jetzt weiterhin zusätzliche Krankenhauskapazitäten wegen der weitgehenden Öffnung frei hält, muss dieser gravierende Wettbewerbsnachteil umgehend und im vollen Umfang ausgeglichen werden“, forderte Wiswe.

Der NLT wies ergänzend auf Widersprüche zwischen der eher kleinteiligen Fortschreibung der geltenden Landesverordnung zum 6. Mai und den jetzt angekündigten Maßnahmen hin. „Beschränkung der Personenzahl für Beerdigungen auf höchstens zehn oder die sehr weitgehenden Besuchsbeschränkungen in den Alten- und Pflegeheimen vertragen sich schwer mit den angekündigten Lockerungen. Wir dürfen die schwächsten der Gesellschaft nicht vergessen,“ erklärte NLT-Hauptgeschäftsführer Prof. Hubert Meyer.