Austausch von Landkreistag und katholischer Kirche in Niedersachsen

Von gesellschaftlichem Zusammenhalt bis Krisenvorsorge reichte die Themenpalette beim Gespräch des Niedersächsischen Landkreistages (NLT) mit Spitzenvertretern der katholischen Kirche. Das Präsidium des NLT tauschte sich mit den Bischöfen der drei Diözesen in Niedersachsen über gemeinsame Themen aus. An dem Treffen mit den Landrätinnen und Landräten nahmen Bischof Dr. Dominicus Meier OSB (Bistum Osnabrück), Bischof Dr. Heiner Wilmer SCJ (Bistum Hildesheim), Weihbischof Wilfried Theising (Bischöflich Münstersches Offizialat Vechta) und Weihbischof Johannes Wübbe (Bistum Osnabrück) sowie Prälat Prof. Dr. Felix Bernard, Leiter des Katholischen Büros Niedersachsen, teil.

„Die unverzichtbare Arbeit kirchlicher und christlich geprägter Institutionen im sozialen Bereich, in der Jugendhilfe, in Bildung und Schule, bei der Gesundheitsversorgung und Notfallseelsorge, im Kulturbereich und vielen anderen Bereichen führt zu gemeinsamen Zuständigkeiten und Herausforderungen in Niedersachsen. Wir wissen diese Zusammenarbeit sehr zu schätzen. Sie beruht auf gegenseitigem Respekt und einer Haltung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt“, sagte NLT-Präsident Landrat Marco Prietz.

„Der gesellschaftliche Zusammenhalt hat viele Dimensionen, sowohl aufgrund der Vielschichtigkeit der Menschen selbst als auch der zunehmenden Komplexität seiner Umwelt“, führte Bischof Wilmer ein. Er verwies auf Diskussionen beim Thema Rente, dem Verständnis von Arbeit, der Situation in den Städten, den zunehmenden Herausforderungen bei der Pflege und anderem mehr. „In den Diskussionen erlebe ich eine Angst vor der Zukunft. Sie entsteht durch zunehmende Unsicherheit und Komplexität in Staat und Gesellschaft“, führte er aus.

Mit großer Sorge sähen sie die Zunahme von Einsamkeit, betonten die Kirchenvertreter. „Das betrifft zunehmend auch junge Menschen. Als Kirche versuchen wir, Treffpunkte zu schaffen und dem entgegenzuwirken“, so Bischof Wilmer: „Wir stellen uns den Herausforderungen auch als Träger von Krankenhäusern, Schulen und Kitas.“

In dem Gespräch ging es um weitere Fachthemen wie die Krankenhausfinanzierung oder die Umwandlung von Tagesbildungsstätten. Kreis- und Kirchenvertreter tauschten Positionen aus und erläuterten die jeweiligen Problemlagen. Dabei bestand Einigkeit, dass insbesondere die Betriebskostenfinanzierung aller Krankenhäuser auf Bundesebene sich signifikant und dauerhaft verbessern muss, damit die hochwertige Gesundheitsversorgung in Stadt und Land durch kommunale und kirchlich getragene Häuser erhalten bleibt.

Großen Raum nahm das Thema Ehrenamt ein; übereinstimmend wurde die Bedeutung gesellschaftlichen Engagements gewürdigt. NLT-Vizepräsident Landrat Sven Ambrosy appellierte: „Die Rahmenbedingungen müssen weiter verbessert werden – auch durch die Umsetzung der Empfehlungen der Enquetekommission.“ NLT-Hauptgeschäftsführer Joachim Schwind betonte: „Als Landkreise schaffen wir verlässliche Strukturen und stellen Ansprechpersonen bereit, damit die vielen Mitglieder der katholischen Kirche, die breit in der Gesellschaft engagiert sind, dies weiter mit Rückhalt und Wertschätzung für das Allgemeinwohl tun können.“ Bischof Wilmer bestätigte: „Das Ehrenamt ist wichtig. Wir können und wollen hier noch stärker tätig werden. Es geht um Respekt, Würde, Anerkennung, Zusammenhalt und Gesellschaft.“